Spielberichte

Punkteteilung im Derby

Michael Schendzielorz, Redakteur

22. Oktober 2017

Die Begegnung kurz zusammengefasst: Die HSG Volkach hatte stark angefangen, dann aber stark nachgelassen. Beim TVG konnten an diesem Samstag zwar alle, es wollte anfangs aber keiner so richtig. Und der Ball wollte aus Gerolzhöfer Sicht an diesem Abend erst recht nicht (ins Tor). Kurzum, es war ein Wechselbad der Gefühle was beide Mannschaft den Zuschauern boten. Ein kurioses Derby, bei dem der Sieger bereits nach 30 Minuten festzustehen schien. Der TVG verschlief die erste Halbzeit komplett und fing sich erst zur Schlussviertelstunde, was am Ende zu einem 30:30-Unentschieden reichte. Die letzte Szene des Spiels, ein 7m-Strafwurf für die HSG, vergab die Heimmannschaft. Gefühlt ging der TVG als Sieger vom Feld. Nach einer miserablen Vorstellung über 45 Minuten, darf man sich glücklich schätzen, ein Unentschieden aus Volkach mitzunehmen. Die Volkacher hingegegen, haderten unmittelbar nach Abpfiff mit dem Bruch im eigenen Spiel, der den TVG stark machte und wieder herankommen ließ.

Die Aussicht auf einen Erfolg für den TVG war rosig. Trainer Servatius standen alle Spieler für das Derby zur Verfügung. Die Bank saß voll. Einzig Physiotherapeutin Franziska Kirchner fehlte, die durch das Damenspiel, welches sich mit dem der Herren überschnitt, verhindert war. Für derartige Fälle wurde beim TVG allerdings vorgesorgt. Kirchners Schützling Michael Pelka übernahm ihre Tätigkeiten auf der Bank. Ob Kopfwäschen zu seinem Leistungsspektrum dazugehören, werden wir wohl nie erfahren, gebraucht hätten die TVG Akteure davon allerdings jede Menge. Das Spiel begann wie ein Derby halt eben beginnen muss. Einzelne kurze Handshakes zur Begrüßung, ehe die ersten weniger freundlich gemeinten Handflächen am Körper des Gegners landeten. Die Treffer auf beiden Seiten wurden von beiden Fanlagern auf der Tribüne frenetisch bejubelt. Bis zum 9:9 durch Tobias Servatius (18.min) war es ein ausgeglichenes Spiel, bei dem der TVG jedoch schon einige Fehlwürfe verbuchen musste. Zu große Lücken in der Abwehr, luden die HSG immer wieder zu viel zu einfachen Toren ein. Nach den Toren durch Sebastian Seitzer und 2x Michael Hübner (12:9/22.), bester Werfer der HSG, den der TVG nur schwer in den Griff bekam, nahm TVG Trainer Servatius seine erste Auszeit. Es folgten 8 Minuten heftigster Totalausfall beim TVG. Ideenlosigkeit sowie Ratlosigkeit machten sich breit. Bezeichnend hierfür, Szenen bei denen Spieler des TVG fragend zu Trainer Servatius raus blickten, der am liebsten selbst miteingegriffen hätte, Schlimmeres aber sicher auch nicht hätte verhindern können, da die Volkacher bis dato zu konsequent in ihrem Spiel waren und jedes Aufbäumen des TVG mit dem nächsten Gegentreffer im Keim erstickten. Es ging mit einem 5-Tore-Rückstand für den TVG in die Halbzeitpause (19:14). Die bislang in der Saison so souveränen und verlässlichen Torhüter des TVG, erwischten auch nicht ihren besten Tag, fühlten sich zudem von ihrer Abwehr in der ersten Halbzeit eher verlassen. Ein gern gehörtes Zitat auf der Tribüne im Gerolzhöfer Block lautete: „Zuerst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu.“. Was aber wirklich nicht über das teilweise erschreckend schlechte Spiel des TVG hinwegtäuschen soll.

Die zweite Halbzeit startete vielversprechend. Für die HSG Volkach zumindest. Kai Baumann traf per 7m zum 20:14. Nach Schuchbauers erstem Treffer im Spiel zum 20:15, brachte sich der starke Rückraumspieler der HSG Michael Hübner mit einer weniger sinnvollen Aktion hervor, die möglicherweise Anteil daran hatte, dass der TVG zwar nur schleppend, aber immerhin überhaupt mal wieder etwas zurück ins Spiel kam. Hübner wurde für 2 Minuten von den Schiedsrichtern vom Feld geschickt und hatte mit seinem anschließendem Gemecker nur bedingt Erfolg. Er erhielt eine doppelte Zeitstrafe gegen sich und sein Team (33.). Rein sportlich steckte Volkach das zwar gut weg, da sie die 5-Tore-Führung bis zur 45. Minute beibehielten, in den Köpfen der Spieler muss sich aber etwas getan haben. Denn die Schlussviertelstunde gehörte dem TVG. Ex-Trainer des TVG Stefan Knötgen, der seit der Saison 15/16 die Fäden bei der HSG Volkach zieht, wusste wohl aus seiner Zeit beim TVG auch noch gut genug, wozu seine ehemaligen Spieler bis zur letzten Sekunde fähig sind. Anders war sein Verhalten nicht zu interpretieren, welches mehrmals dazu führte, dass er vom Schiedsrichtergespann ermahnt werden musste. Nach den Treffern von Jonathan Rose und Sebastian Krapf zum 27:24 & 27:25 (52.), witterte man beim TVG wieder Chancen auf mehr. Knötgen griff zur Timeout Karte. Benjamin Schmitt ließ das 27:26 folgen. Was dann folgte, lässt sich für Handballfans kaum in Worte fassen. Wir versuchen es trotzdem. Unmittelbar nach dem 29:28 Anschlusstreffer durch Julius Schuchbauer (56.), musste Sebastian Kneuer für 2 Minuten vom Feld. Und das bei insgesamt nur noch 3,5 Minuten auf der Uhr. Nicht besonders vorteilhaft für den TVG, die restliche Spielzeit in Unterzahl bewältigen zu müssen. Christian Liebenstein brachte die HSG wieder zur 2-Tore-Führung (30:28). Tobias Servatius verkürzte erneut für den TVG auf 30:29. Sebastian Hauck, der vergangene Saison das Traineramt beim TVG ausübte und sich aus wirklich unerklärlichen Gründen das Derby entgehen ließ, wurde von uns via SMS mit Infos versorgt. Warum das interessant ist? Weil er trotz Abwesenheit auch wusste, was der TVG auf dem Feld nun benötigte: ↓

Wie schon im obigen SMS-Wechsel mit Hauck sichtbar, ging es weiter mit einem 7m-Strafwurf für die HSG. TVG Torhüter Thorsten „Gytschow“ Pfaff konnte sich, mit einer seiner an diesem Abend insgesamt wenigen, aber der wohl wichtigsten Parade in dieser Situation auszeichnen. Im Gegenzug flog der Versuch von Jonathan Rose haarscharf am Tor vorbei. 60 Sekunden auf der Uhr und Ballbesitz für Volkach. Endstation Torhüter Thorsten Pfaff – die wirklich wichtigste Parade. Im erneuten Gegenzug konnte Michael Hübner den TVG Angriff nur mit einem Foul stoppen, das zu seiner dritten 2-Minuten-Zeitstrafe und damit zur roten Karte führte. Den fälligen 7m-Strafwurf verwandelte Tobias Servatius zum vermeintlichen 30:30-Endstand. Wenn da nicht noch 30 Sekunden auf der Uhr gewesen wären, die Volkach für ihren letzten Ballbesitz blieben. 30 Sekunden bei denen man als Gerolzhöfer Zuschauer nicht wusste, ob man hin- oder doch lieber wegsehen sollte. (Wir persönlich hielten uns die Hände vor das Gesicht und spitzten nur durch eine kleine Öffnung zwischen den Fingern, an denen sämtliche Fingernägel während der Schlussphase abgeknabbert wurden.) Es kam zur letzten Szene des Spiels, die nicht hätte dramatischer ausfallen können. 7m-Strafwurf für die HSG Volkach, 5 Sekunden vor Schluss. Showdown in der Volkacher Mainschleifenhalle. Thorsten Klinger gegen Thorsten Pfaff. Stefan Knötgen gegen Fabian Servatius. HSG Volkach gegen TV Gerolzhofen. Die Hände weiter vor unserem Gesicht, die Lücke zwischen den Fingern nur noch ganz klein. Aber seht einfach selbst: ↓

Es blieb beim 30:30-Unentschieden. Ein am Ende dann doch herrliches Derby. Am kommenden Samstag, den 28.10.2017 empfängt der TVG um 20:00 Uhr den bislang ungeschlagenen Aufsteiger vom SV Michelfeld. Wir sehen uns!

TORE: Tobias Servatius 10/3, Jonathan Rose 4, Benjamin Schmitt 4, Julius Schuchbauer 3, Sebastian Krapf 3, Sebastian Kneuer 3, Maximilian Lang 2, Adam Schendzielorz 1

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